Die 1960er‑Jahre waren für den THW‑Ortsverband Recklinghausen ein Jahrzehnt des Aufbruchs und der strukturellen Festigung. Mit dem Amtsantritt von Hans‑Hugo Machnik im Jahr 1965 begann eine der prägendsten Führungsphasen des Ortsverbandes, die fast drei Jahrzehnte dauern sollte. Ein Meilenstein dieser Dekade war 1967 der Umzug in die neue Unterkunft auf dem ehemaligen Zechengelände König Ludwig IV/V.

1962 - Sturmflut in Hamburg

Mitten in der Nacht rollte damals von der Nordsee aus eine gewaltige Flutwelle die Elbe hinauf auf die Hansestadt Hamburg zu, zerstörte die Deiche und kostete 315 Menschen das Leben. Tausende verloren ihr Hab und Gut oder wurden obdachlos. Die Kameraden des Ortsverbandes Recklinghausen wurden für diesen Einsatz abkommandiert.

1965 – Amtszeit von Hans‑Hugo Machnik

Im Jahr 1965 übernahm Hans‑Hugo Machnik das Amt des Ortsbeauftragten von seinem Vorgänger August Dörnemann. Mit diesem Führungswechsel begann eine fast drei Jahrzehnte währende Amtszeit, die zu den prägendsten in der Geschichte des Ortsverbandes Recklinghausen zählt. 

1967 – Neue Unterkunft auf dem Zechengelände König Ludwig IV/V

Im Jahr 1967 erhielt der Ortsverband Recklinghausen eine neue und deutlich verbesserte Unterkunft. Sowohl der Ortsverband als auch die Geschäftsstelle konnten auf dem ehemaligen Zechengelände König Ludwig IV/V an der Suderwichstraße untergebracht werden. Die dortigen Gebäude, darunter auch ein alter Lokschuppen, boten ausreichend Platz für Material, Fahrzeuge und Ausbildungsbetrieb – mussten jedoch zunächst umfassend hergerichtet werden.

Der Umbau erfolgte weitgehend in Eigenleistung durch die Helferinnen und Helfer des Ortsverbandes. Mit großem Engagement wurden Werkstätten, Lagerräume und Ausbildungsflächen geschaffen und an die Bedürfnisse des THW angepasst. Die Arbeiten spiegelten den starken Zusammenhalt und die hohe Einsatzbereitschaft der Helferschaft in dieser Aufbauphase wider.

Auf dem Gelände waren neben dem THW auch die Geschäftsstelle sowie der Bundesluftschutzverband (BLSV) untergebracht. Der BLSV wurde 1968 in den Bundesverband für Selbstschutz umbenannt und 1997 im Zuge der Neuordnung des Zivilschutzes aufgelöst. Die gemeinsame Nutzung des Geländes verdeutlichte die enge Verzahnung der verschiedenen Organisationen im Bereich des Bevölkerungsschutzes.