Was gerade in den Tagen vor Weihnachten und in der Heiligen Nacht an Schnee vom Himmel gefallen ist, ließ sicher so manches Kinderherz höher schlagen. Den Eigentümern von Häusern oder gewerblichen Hallen mit Flachdächern trieb es allerdings mit der Zeit Sorgenfalten auf die Stirn. Die weiße Pracht entwickelte sich nämlich mit wachsender Dauer zu einer Last – und zwar zu einer gefährlichen Last auf Dächern, die für diese Belastung, insbesondere über einen längeren Zeitraum, nicht ausreichend ausgelegt waren.
Kompetente Hilfe konnte in diesem Winter den Behörden der örtlichen Gefahrenabwehr erstmals vom Technischen Hilfswerk (THW) angeboten werden. Mittels eines von einem THW – Helfer, der im Hauptberuf Prüfstatiker ist, gemeinsam mit Kollegen entwickelten Schneelastmesssystems konnte der Recklinghäuser Zugführer und Baufachberater Jens Kriener hier beratend tätig werden. Unterstützt wurde er von Helfern des Ortsverbandes, die im Umgang mit der neuen Ausstattung speziell eingewiesen wurden und die sogenannten Schneelastmesstrupps bilden.
Auf Anforderung durch Feuerwehr, Polizei oder das
örtliche Ordnungsamt werden zunächst Messungen auf der betroffenen Fläche
durchgeführt. Hierzu werden mit einem Messrohr mehrere Schneeproben entnommen,
gemessen und ausgewogen. Anschließend wird die entnommene Probe auf
Schneedichte, den Anteil an Vereisung und Wassergehalt untersucht. Die notwendige Ausstattung ist kompakt und kann leicht in einem Kombi oder Mannschaftstransporter verstaut werden, so dass die Messtrupps vergleichsweise schnell und mit geringem Aufwand ausrücken können. Zur sicheren Begehung der betroffenen Dächer greifen die THW – Helfer nicht selten auf die Unterstützung der örtlichen Feuerwehr zurück. Mittels Drehleiter wird ein Helfer in die Höhe gebracht und kann dann unter Umständen sogar vom Korb aus völlig ungefährdet die erste Probe entnehmen.
Für den Recklinghäuser Schneelastmesstrupp bedeutete die „weiße Weihnacht“ auch insgesamt 12 Einsätze im Kreisgebiet Recklinghausen, u.a. auch am Heiligen Abend. Und es zeigten sich an einzelnen Einsatzorten durchaus beachtenswerte Messergebnisse. Mittlerweile ist der Schnee gänzlich getaut und alle bekannten Einsatzstellen sind als „lastfrei“ in den Überwachungslisten eingetragen. Was nicht heißen soll, dass der Winter nicht noch die eine oder andere Überraschung - und damit auch Einsatzstunde – im Gepäck hat. Die Schneelastmesstrupps haben ihre ersten Erfahrungen gesammelt und stehen für weitere Einsätze zur Verfügung. Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass der Messtrupp nur durch die Gefahrenabwehrbehörden angefordert werden kann. Diese Behörden entscheiden auch, ob eine Gefährdung vorliegen könnte, die einen Einsatz des THW erforderlich macht. Privatleute, die keine konkrete Gefahr für ihr Haus oder Halle befürchten, sondern nur zur Sicherheit eine Einschätzung wünschen, wenden sich bitte an einen gewerblichen Statiker und beauftragen diesen mit einer Messung. |


