Am 03.07.2011 feierte der Ortsverband Recklinghausen als erster Ortsverband in Nordrhein-Westfalen sein 60jähriges Bestehen. Als optimales Umfeld für eine öffentlichkeitswirksame Darstellung bot sich das gleichzeitig stattfindende Wallringsfest in der Recklinghäuser Innenstadt rund um das Rathaus an. Eine Veranstaltung, die in den letzten beiden Jahren stets rund 25.000 begeisterte Gäste garantierte. Den Auftakt bildete eine kleine Feierstunde im Großen Sitzungssaal des Rathauses Recklinghausen, zu der neben dem Vizepräsidenten der Bundesanstalt THW Rainer Schwierczinski beide Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Recklinghausen, der stellvertretende Bürgermeister und ranghohe Vertreter von Parteien, Behörden und Organisationen erschienen.
Nach der Begrüßung gab der Kreis- und Ortsbeauftragte Ulrich Mühlenbeck einen kleinen Überblick über sechs Jahrzehnte THW in Recklinghausen und wies auch auf die Probleme hin, die sich durch den demographischen Wandel, eine geänderte Freizeitkultur der Mitmenschen, aber auch durch das Aussetzen der Wehrpflicht für die Nachwuchsgewinnung im THW abzeichnen.
An den Vorsitzenden des Integrationsrates Ensar Kurt sprach Mühlenbeck die Einladung aus, dass man gerne den Integrationsrat in die Dienststelle einladen würde, um gemeinsam die Gründe für die eher distanzierte Haltung der Migranten zu ergründen und Ideen zu erarbeiten, wie man auch für die Mitbürgerinnen und Mitbürger das THW attraktiv machen kann. Herr Kurt nahm diese Einladung gerne an und bekräftigte nochmals, dass er dieses Angebot den Hilfsorganisation schon vor Jahren gemacht habe, aber eine Reaktion vermisse. Hier werden das THW und der Integrationsrat sicher in den nächsten Wochen aufeinander zu gehen. Vizepräsident Schwierczinski richtete die Grüße und Glückwünsche der Bundesanstalt aus und würdigte die Arbeit der Helferinnen und Helfer im THW und an diesem Tage eben besonders des OV Recklinghausen. Er zeichnete mit eindrucksvollen Zahlen ein Bild über den Wirkungsgrad des THW, welches bei einer vergleichsweise hohen Helferzahl eben durch das ehrenamtliche Engagement einen relativ geringen Mittelaufwand pro Kopf verursacht.
Auch die anschließenden Grußworten des stellvertretenden Bürgermeisters Ferdinand Zerbst und der beiden Abgeordneten waren voll des Lobes für die Arbeit der Menschen im THW in der Stadt, in der Region und über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus. Insbesondere Philipp Mißfelder und Frank Schwabe würdigten die Arbeit des THW im Auftrag der Bundesregierung im Ausland. Sie berichteten von ihren Erfahrungen bei Auslandsreisen, in denen ihnen stets von dem professionellen Arbeiten des THW berichtet wurde und dass man vielerorts die Bundesrepublik für diese weltweit einzigartige Behörde beneide. Beide sicherten zu, sich auch weiterhin wohlwollend für die Helferinnen und Helfer und deren Probleme in und durch die ehrenamtliche Tätigkeit einzusetzen. Sie wollen sich auch weiter dafür einsetzen, dass eine Behörde wie das THW von gewissen Sparzwängen weitgehend verschont bleibt, weil gute Arbeit eben auch gutes und modernes Gerät und motivierte Menschen erfordert. Besonders eindrucksvoll bedankte sich Ferdinand Zerbst. Der stellvertretende Bürgermeister richtete sich in seinem Grußwort direkt an den Ortsbeauftragten mit den Worten: „Bedanken Sie sich nicht bei uns, dass wir heute zu Ihrem Empfang gekommen sind. Wir müssen uns als Stadt bei Ihnen bedanken, dass Sie sechzig Jahre für uns da waren und hoffen, dass Sie auch weiterhin für uns da sein werden.“
Nach dem Festempfang im Rathaus ging es auf dem Rathausvorplatz weiter. Dort stand die Bühne der Parallelveranstaltung dem THW für eine Talk-Runde mit dem Vizepräsidenten und den beiden Abgeordneten zur Verfügung. Leider lief gleichzeitig auf dem Wall ein Jedermann-Rennen, so dass die Redebeiträge der Talkgäste zum Teil von der Sportmoderation überlagert wurden. Das Wetter und die frühe Mittagsstunde forderten ebenfalls ihren Tribut, so dass nur wenige Gäste die Talk-Runde verfolgten, in der alle Gesprächspartner nochmals ihre Positionen bekräftigten. Wesentlich interessierter verfolgten die Gäste im Anschluß THW-Modenschau, bei der Helferinnen und Helfer Einsatzbekleidungen aus den sechs Jahrzehnten THW vorführten. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an die Historische Sammlung THW und insbesondere Helmut Kellner, die dem OV Recklinghausen einige Vorführmodelle zur Verfügung gestellt hatten.
Direkt neben dem Rathaus hatte der Ortsverband eine Technik-Schau vorbereitet. Diese wurde leider wegen der Sportveranstaltung und dem doch sehr durchwachsenen Wetter nur sehr spärlich besucht. Erfahrungsgemäß großes Interesse entwickelte der neue GKW I bei dem Fachpublikum. Kameraden der Löschzüge der Stadt sowie der Kreisbrandmeister ließen sich dieses durchdachte Fahrzeug gerne ausführlich vorstellen und erklären.
Ein weiterer Anlaufpunkt war das Küchenzelt des Ortsverbandes. Die Gulaschsuppe aus der „Gulaschkanone“ erfreute sich bei dem kühlen Wetter doch größeren Zuspruchs als erwartet. Ursprünglich für die eingesetzten Helfer als Verpflegungsstation vorgesehen, kamen doch auch einige Besucher des Wallringsfestes, die statt einer Bratwurst lieber eine deftige Suppe bevorzugten.
Etwas
regeren Zuspruch fand der Ausstellungsbereich der THW-Jugend. Die Truppe um
Alex Höhfeld, der erst seit Beginn des Jahres die Jugendgruppe übernommen hat,
hatte ein Glücksrad und ein Ball-Labyrinth gebaut, was die kleinen Gäste mit
Begeisterung umlagerten. Falt-GKWs, Luftballons, THW-Bleistifte und Süßigkeiten
fanden reißenden Absatz. Man kann nur hoffen, dass so mancher kleiner Gast auch
bald mal bei der Jugendgruppe vorbeischaut und sich auch für die Mitwirkung
begeistern lässt. Um 16.00 Uhr sollte dann auch der Ortsbeauftragte als Teilnehmer eines Gästerennens seine Runde rund um den Wall starten. Und wieder waren es die Helfer, die ihn vor drei Jahren beim Ruhrmarathon bei Kilometer 17 mit einer Boxengasse überrascht hatten, die dieses Mal das Fahrrad in die Startaufstellung trugen und mit "Heizdecken" die Reifen abdeckten. Ein Psysio sorgte für das Wohlbefinden und reichte auch das bekannte Getränk, das ja Flügel verleihen soll. Selbst an ein Grid-Girl hatten die Kameraden gedacht. Während die Kameraden und die Zuschauer entlang der Start / Ziel - Geraden ihren Spaß hatten, war der Ortsbeauftragte sichtlich gerührt vor so viel Fürsorge. Und damit es auch ja alle Zuschauer mitbekamen, wurde diese Szene vom Moderator des Rennens detailliert beschrieben und über die LED - Leinwand übertragen. Das lenkte direkt von den brasilianischen Tänzerinnen ab, die trotz Aprilwetters in landestypischer Tracht zu heißen Samba-Rythmen im Startbereich tanzten. Nachdem alles abgebaut und in der Dienststelle wieder einsatzbereit eingelagert war verabschiedeten sich die Helfer gegen 22.00 Uhr in den wohlverdienten Feierabend. Dass dieser für eine Handvoll Helfer bereits 20 Minuten später wieder vorbei sein würde, das ahnte zu diesem Zeitpunkt niemand. |


















